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Angeln auf Zander: Auf Zander über den Steinen

Rainer Ballin

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®Rainer Ballin

 

Die ersten »warmen« Tage der Saison bringen das Leben zurück in die oberen Wasserschichten. Steigende Wassertemperaturen sorgen für ein erhöhtes Nahrungsangebot. Den Futterfischen folgen die Jäger, die Nacht gehört den Zandern. Wenn die letzten Barsche beißen, beginnen die heißen Stunden auf Glasaugen. Eine äußerst spannende und konzentrierte Fischerei auf den König der Nacht beginnt.

Die Methoden sind vielseitig, Köderfisch, Softjerks und Wobbler bringen gleichermaßen Fisch. Sowohl im Freiwasser als auch in Ufernähe, aber mich reizt am stärksten das Fischen mit Hardbaits über der Steinpackung in den innerstädtischen Kanälen Berlins. Die Großstadt bietet für diese Fischerei eine Fülle an Hotspots! Im Schutz der Dunkelheit kommen die Räuber bis auf wenige Zentimeter ans Ufer heran und schlagen sich die Bäuche mit unachtsamen Beutefischen voll, die Nahrungspartikel aus der Strömung aufnehmen oder zwischen den Steinen ruhen.

Um die Räuber zu täuschen, greife ich auf schwebende und langsam auftreibende Wobbler zurück. Damit bin ich in der Lage, einen Beutefisch perfekt zu imitieren und die Bisse zu provozieren. Ich suche also Kanalbereiche auf, die über Steinschüttungen als Uferbefestigungen verfügen. Vom Ufer aus in Richtung Fahrrinne reichen die Steine wenige Meter in den Kanal und die Schüttung fällt dann steil ab. Die Jäger können hier schnell vom tiefen ins flache Wasser wechseln. Je nachdem, wie die Steine aufgeschüttet wurden, gibt es mehr oder weniger breite Plateaus mit unterschiedlichen Strukturen.


Stellen, an denen sich das scheinbar monotone Steinbild ändert, sind besondere Hotspots. Der Untergrund weist entweder starke Unebenheiten auf, oder die Steinpackung triff auf eine Spundwand. Außerdem sind Brücken und Anleger sowie Schleusenbereiche und Polder wichtige Anlaufstellen. Manchmal reicht es auch, den Köder in den »Schatten« von nachts beleuchteten Brücken zu werfen, im Übergangsbereich von hell/dunkel ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Am Tag kann man sich ein Bild von dem Revier machen und im dunkeln sehr gezielt vorgehen. Es erhöht die Chancen wesentlich, wenn man gut vorbereitet ist und sich unauffällig und ruhig bewegen kann. Zander sind scheu und nehmen jede Erschütterung am Ufer wahr.  Wer da über die Steine stolpert, hat »verloren«. Die »heiße« Phase beginnt kurz vor und 2 bis 3 Stunden nach Sonnenuntergang. Ein heller Mond verlängert diese Zeit. Dazwischen ist meist Ruhe. Die nächste Beißzeit beginnt dann wieder kurz vor der Morgendämmerung.

Zur Köderwahl. Bevorzugt greife ich auf eher kleinere, schlanke Modelle zurück. Der Lauf der Köder sollte nicht zu hektisch sein, ich persönlich bevorzuge Modelle, mit denen ich kurze Jerk-Bewegungen vollziehen kann, um den Wobbler links und rechts ausbrechen zu lassen. Eher selten sind hektische Bewegungen gefragt. Dabei liegt man mit Längen zwischen 7cm und 14cm im idealen Bereich! Die Farbe ist zweitrangig. Es obliegt dem persönlichen Geschmack des Anglers. Überzeugen der Lauf und die Silhouette, wird der Zander auch nicht nein sagen. Als dritte Komponente zähle ich das vom Kunstköder verursachte Geräusch. An den meisten Tagen ist weniger mehr, erst recht, wenn weder Strömung noch Wellen für eine natürliche Geräuschentwicklung sorgen. Hier heißt es testen! Aber noch einmal zur Farbe. Einen gewissen Einfluss kann man dem Dekor der Wobbler natürlich nicht abschlagen. Nach meiner Erfahrung fangen aber fast alle Farben gleich. Dabei erwische ich mich doch immer wieder, dass ich bestimmte Farben bevorzuge. Weiß, blue smelt, braun, natürliche Dekore und reflektierende Lackierungen. Restlicht, sowie der Schein von Mond und Fremdbeleuchtung, lassen die Flanken dann verführerisch aufblitzen. Ein Klassiker auf Zander - Fire Tiger, konnte mich bisher nicht so richtig überzeugen, so greife ich meist zu den genannten Farbvarianten zurück. Eine ständige Neuorientierung gehört für mich aber immer zum Fischen dazu.

Ich passe übers Jahr die Größe der Wobbler teilweise dem Format der Futterfische an. Im Frühjahr und Herbst 10 bis 14cm. Dazwischen etwas kleiner. Auch diese Regel zu brechen, kann zum Erfolg führen. Allgemein sei gesagt, dass im Schnitt nicht die kapitalsten Exemplare über den Steinen zu finden sind. Der Grund ist denkbar einfach, die dicken Fische finden dort nicht den Platz, um effektiv zu jagen. Sie halten sich unterhalb oder vor den Packungen auf. An meinem Abschnitt gibt es große Fische, der Durchschnitt der ufernah gefangenen Zander liegt aber bei ca. 50 bis 65cm.

Die Führungsweise ist der ausschlaggebende Punkt! Es gilt, die Tagesverfassungen und die Vorlieben der Fische herauszufinden. Das Wetter spielt außerdem eine wesentliche Rolle, mal abgesehen von den Mondphasen, die hier mal keine Berücksichtigung finden. Strömungsfreie und windstille Nächte sind extrem ungünstig. Die Fische sind dann scheu und lassen sich nur schwer zum Biss verleiten. An solchen Tagen versuche ich, den Köder möglichst leise auf der Wasseroberfläche auftreffen zu lassen und führe den Köder mit wenigen, kurzen, kontrollierten Zügen und langen Ruhephasen. Dabei sind Suspender meine klaren Favoriten. Sie erlauben es mir den, Köder lange stehen bzw. ruhen zu lassen. Bis zu 10 Sekunden und mehr! Hilft das alles nichts, fische ich an den tieferen Kanten mit Softjerks, Gummikrebsen und Drop Shot, um überhaupt erfolgreich zu sein. Eine durchaus erfolgversprechende Methode ist auch das einleiern. Einach einen Wobbler oder leicht beschwerten Gummifisch mit konstanter Geschwindigkeit durchs Wasser ziehen – Bäum!

Sind die Bedingungen dagegen ideal – Strömung leichte Wellen oder eine vom Wind gekreuselte Wasseroberfläche – kann ich wesentlich aktiver und oft auch erfolgreicher fischen. Zu den schwebende Wobblern können nun langsam aufsteigende Köder zum Einsatz kommen. Die zu Anfang beschriebenen leichten jerk Bewegungen der Wobbler kombiniere ich hin und wieder mit schnellen, ruckartigen Bewegungsmustern. Es entsteht ein Schwimmverhalten wie von einem »normalen« Beutefischchen mit schnellen, panikartigen Fluchtbewegungen. Das reizt die Zander zusätzlich.

Sehe ich die Schnur kaum oder gar nicht, halte ich stetig den direkten Kontakt zum Köder. Ich bewege dabei die Kurbel wie in Zeitlupe und nehme nur sehr langsam Schnur auf. Auf diese Weise verpasse ich die wenigsten Bisse und Anfasser. Die Köder werden fächerförmig vom Ufer zur Mitte geworfen. Der Köder fliegt 10 bis maximal 20 Meter weit und wird anschließend zum Ufer zurückgeführt oder parallel zu diesem gefischt.

Oft ist es von Vorteil, das Wasser zu »lesen« und auf Bewegungen auf und knapp unter der Oberfläche zu achten. Gute Fische habe ich immer wieder gefangen, wenn ich an bestimmten Stellen die Flanken kleiner Fische aufblitzen sehen konnte oder auf kleinem Raum immer wieder Fische die Oberfläche durchbrachen. Dabei ziehen die Zander wahre Furchen durch die Futterfischschwärme, oft parallel zum Ufer. An diesen Stellen täusche ich gerne ein verletztes Fischchen vor. Lange Ruhephasen und panikartige Fluchten... die Bisse bleiben nicht aus!

Oft sind die Bisse der Fische sehr verhalten und kaum zu spüren, als würden sie den Köder auf seine Echtheit prüfen wollen. Ob Stein oder Zander lässt sich dann schwer unterscheiden. Ich erinnere mich dabei an einen Fisch, der an einer Stelle biss, an der ich immer Steinkontakt hatte. Kaum 40cm vom Ufer entfernt. Also habe ich nicht angeschlagen, der vermeintliche Steinkontakt entpuppte sich als dicker Fisch. Wie ein nasser Sack ließ sich der Zander heranziehen, um dann vor meinen Füßen heftigen Widerstand zu leisten. Drei Kopfschüttler und weg war er. Garantiert mein größter in diesem Abschnitt – weg! Gerade die großen Exemplare sind extrem vorsichtig und die Bisse sind kaum zu bemerken, daher gilt es immer hoch konzentriert zu fischen, wenn ich müde werde, packe ich ein und gehe.

Landung C&R:
Ist der Fisch gehakt, versuche ich die Drillzeit möglichst kurz zu halten. Zander sind sehr empfindlich und werden im Idealfall direkt im Wasser abgehakt oder nur zu einem extrem kurzen Fototermin gebeten. Gerade im Sommer und bei sehr warmen und sauerstoffarmen Wasser sollte der Aufenthalt an der Luft so kurz wie möglich gehalten werden.  Eine überlegte und selektive Entnahme ist Voraussetzung für einen guten und gesunden Zanderbestand, das sollte man nie vergessen.

Material:
Ich bevorzuge auch Nachts die Baitcaster. An das Werfen im dunkeln gewöhnt man sich schnell und bisher habe ich keinerlei Nachteile festgestellt, nur Vorteile! Hoher Spaßfaktor, gepaart mit Präzision und einer geradlinigen Flugbahn – ohne lästiges verheddern von Drillingen und Vorfach! Die Ruten sollten eine Länge von 190 bis maximal 220cm haben und ein regular Fast oder Fast Taper aufweisen, mit kräftigem Rückgrat. Das ist notwendig , um den Haken in das harte Zandermaul zu setzen. Wurfgewicht zwischen 21 und 40g. Als Hauptschnur verwende ich eine rund geflochtenen Schnur mit 5 oder 6kg Tragkraft. Möglichst in neongelb. Als Vorfach ein bis zwei Meter Fluocarbon mit einem Durchmesser von 0.35 bis 0.41 mm. In erster Linie wegen der scharfen Kanten der Steine und Muscheln, eine Fluo-Vorfach ist da einfach die sicherste Variante. Außerdem beeinflusst es nicht so stark den Lauf und das Schwimmverhalten des Wobblers wie ein schweres Stahlvorfach. Die Schnur wird mit dem Köder per Snap oder mit ovalem bzw. rundem Sprengring verbunden. Als Knoten hat sich ein Clinchknoten (doppelt durchs Ohr gezogen) als sehr tragfähig erwiesen.


Köderempfehlungen:

  • Daiwa Current Master SR und DR
  • Daiwa Duble Clutch
  • Megabass Vision Oneten
  • Megabass Live-X Revenge
  • Megabass Shading-X
  • Megabass X-80 Trick Darter
  • Megabass X68-Bay Cat


Euch Viel Spaß!

Rainer Ballin

 

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